Ergotherapie in der Pädiatrie (Kinderheilkunde)

 

Fallbeispiele aus der Pädiatrie:

 

Kevin, 9 Jahre, ADHS

Kevin fällt in der Schule durch seine motorischen Unruhen auf (mit dem Stuhl kippeln, aufstehen während des Unterrichtes). Die Lehrerin ruft häufig bei den Eltern an und beschwert sich über das Verhalten des Jungen. Die Hausaufgaben am Nachmittag ziehen sich über Stunden hin. Kevin ist abgelenkt und immer mit etwas anderem beschäftigt.

 

Lisa, 5 Jahre, wenig Selbstbewußtsein
LIsa findet im Kindergarten keine Freudne. Sie kann keinen Blickkontakt zu andernen Personen aufbauen und traut sich nur wenig zu. Sie spricht sehr leise. Meistens spielt sie leise für sich.

 

Max, 6 Jahre, malt nicht

Max kommt im Sommer zur Schule und malt ungern bis gar nicht. Nur bei Aufforderung malt er das Nötigste. Er hält den Stift sehr verkrampft und beschwert sich über Schmerzen in der Hand.

 

Lena, 7 Jahre, Schwierigkeiten in der Motorik

Lena spielt gerne Gesellschaftsspiele und kaum Bewegungsspiele. Das Klettern und Schaukeln vermeidet sie. Das Einbeinhüpfen und Ballfangen fällt ihr schwer.

 

 

 

Wer wird behandelt?

 

Kinder und Jugendliche mit

  • Körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklungsrückständen
  • Einschränkungen des Bewegungsapparates
  • Störungen der Aufnahme und Verarbeitung von Sinnesreizen
  • Verhaltensstörungen in Form von übermäßiger Angst, Aggression, Abwehr, Passivität oder Hyperaktivität

 

Welche Ziele werden verfolgt?

  

  • größtmögliche Selbständigkeit im Alltag, in der Schule und im weiteren Umfeld
  • Entwicklung und Verbesserung der Motorik (Bewegung), Koordination, Wahrnehmung und Kommunikation
  • Vermeidung von Folgeschäden und Entwicklungsverzögerungen

 

Was beinhaltet die Therapie?

 

  • Training von alltagsrelevanten und entwicklungsfördernden Handlungen
  • Handwerkliche, spielerische Tätigkeiten, gestalterisch- musische Prozesse
  • Beratung der Angehörigen und anderer Bezugspersonen

 

Der tatsächliche Entwicklungsstand des Kindes / Jugendlichen ist die Grundlage aller Maßnahmen.

Die anzuwenden Behandlungsverfahren beruhen auf neurologisch-anatomischen (nerven- körperlichen),

anatomisch-funktionellen, psychosozialen, entwicklungspsychologisch und lerntheoretisch orientierten Grundsätzen und Kenntnissen.

 

Behandelt wird, je nach Störungsbild, Entwicklungsstand und sozialem Umfeld nach den Behandlungskonzepten bzw. -ansätzen wie Bobath, Jean Ayres (Sensorische Integrationstherapie), Affolter, Marianne Frostig, Lauth und Schlottke, Marburger Konzentrationstraining,- Verhaltenstraining oder Maria Montessori.

 

Welche ärztlichen Diagnosen führen zur Verordnung?

 

  • Bewegungsstörungen und Muskelerkrankungen
  • Angeborene Fehlbildungen
  • Unfallschäden
  • Anfallsleiden
  • Autismus (sich zurückziehen)
  • Minimale cerebrale Dysfunktion (Gehirnfunktionsstörungen)
  • Störungen der sensorischen Integration und Perzeption (Wahrnehmungsverarbeitung)
  • Angeborene und erworbene geistige Behinderungen
  • Entwicklungsverzögerungen



 

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